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Test: Review zum Google Nexus 4 – Flaggschiff mit kleinen Schwächen

Testurteil

www.mobileroundup.de 01 / 2013

Google Nexus 4

Hardware & Design

Display

Kamera

Software

Performance

Gesamtwertung
22.0/25

Einführung

Das Nexus 4 – ist wie der Name bereits erahnen lässt – das vierte Smartphone in der Nexus-Reihe. In diesem Fall hat LG Electronics durch Google den Zuschlag für den Bau des neusten Nexus Smartphone erhalten. Und wie wir am Ende unseres Reviews feststellen werden: Es war gut so!

Viel Vergnügen mit unserem Testbericht!

Empfohlener Kauflink: mumbi TPU Skin Case Google Nexus 4 Silikon Tasche Hülle – Silicon Protector Schutzhülle schwarz

Datenblatt — Google Nexus 4

  • Hersteller: Google in Kooperation mit LG Electronics
  • Smartphone
  • Display: 4.7 Zoll IPS-Display mit 1280×768 Pixel (318ppi)
  • Betriebssystem: Android 4.2 Jelly Bean
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon S4 Pro (Quad-Core ARM Cortex A9) mit 1.5GHz
  • Arbeitsspeicher: 2GB
  • Speicher: 8GB/16GB
  • Weitere Features: Wireless Charging
  • Primäre Kamera: 8 Megapixel Primärkamera | Fertigung von 1080p Videos
  • Sekundäre Kamera: 1.3 Megapixel Frontkamera | Fertigung von 720p Videos
  • WLAN 802.11 a/b/g/n
  • GSM, EDGE, UMTS, HSDPA, HSUPA
  • Bluetooth 3.0
  • Akku: 2100mAh
  • Abmessungen: 133.9 x 68.7 x 9.1 Millimeter
  • Gewicht: 139 Gramm
  • Preis: ab 299€ (8GB)

Hardware & Design

Das Nexus 4 ist von den Abmessungen äußerst kompakt und bietet gerade einmal folgende Maße: 133,9 mm hoch, 68,7mm breit und 9.1mm dünn. Das Gewicht liegt mit 139 Gramm in einem guten Bereich und zu keinem Zeitpunkt hat man das Gefühl einen Klotz in der Hand zu halten. Da sind andere Smartphones in der gleichen Gerätekategorie anders aufgestellt. So wirkt mein privates Samsung Galaxy S3 etwas wuchtiger, wenn es auch dünner ist.

The 70s are back!

Die Vorder- und die Rückseite des Geräte wurden mit einer Glasoberfläche versehen, in diesem Fall mit Gorilla Glass 2 von Corning. Weiterhin besitzt die Rückseite ein Glitzer-Hologram-70s-Muster, das je nach Lichteinfall unterschiedlich reflektiert. Einige sagen es sei kitschig, andere wiederum finden dieses Muster todschick. Persönlich finde ich es gelungen, doch leider ist es sehr anfällig für Fingerabdrücke.

Der Rahmen hingegen besteht aus Kunststoff und ist leicht gummiert. Dies in Verbindung mit den Glas-Inlays lässt das Nexus 4 extrem hochwertig erscheinen. Selten hat es ein Android-Phone gegeben das die Messlatte in Sachen Haptik, Verarbeitung und Wertigkeit so hoch gesetzt hat. Wir waren nach dem ersten Auspacken echt beeindruckt.

Leider wird das Nexus 4 nur in zwei Speichervarianten angeboten. Einmal mit 8GB für 299€, ein weiteres Modell mit 16GB für 349€. Dies sind die offiziellen Preise im Google Play Store. Preise im freien Handel, so zum Beispiel auch bei MediaMarkt, liegen meist 50€ über denen im Play Store.

Die Front wird von einem 4.7 Zoll großen True HD IPS Plus-Display beherrscht, das über eine Auflösung von 1280×768 Pixel verfügt. Als CPU kommt ein Qualcomm Snapdragon S4 Pro mit 1.5GHz zum Einsatz. Beim Arbeitsspeicher entschied man sich für 2GB, so dass genügend Reserven für Multitasking zur Verfügung stehen. Beim neusten Nexus wurde – wie schon beim Samsung Galaxy Nexus – auf kapazitive Buttons verzichtet. Die On-Screen Tasten befinden sich im unteren Bereich des Displays und nehmen etwas vom Display ein, so dass nicht ganz 4.7 Zoll zur Verfügung stehen.

Auf der linken Seite des Gerätes befinden sich der microSIM Kartenslot und der Volumebutton, im oberen Bereich sind der Audioanschluss und ein Mikrofon verbaut und auf der rechten Seite befindet sich der Powerbutton. Entgegen Testberichten von anderen Seiten können wir nicht den Eindruck teilen, dass die Hardware Tasten zu schwammig sind. Bei unserem Modell besaßen die Tasten einen guten Druckpunkt und wackelten kein Stück.

Im Fuße des Smartphones befinden sich der microUSB-Port und das Mikrofon. Ferner sind zwei Schrauben integriert, die den Body des Nexus 4 zusammenhalten. Im rechten, oberen Bereich finden wir die 1.3MP Frontkamera, auf der Rückseite wurde eine 8MP Primärkamera inkl. LED-Flash verbaut. Der Lautsprecher ist in den unteren Teil des Rückens, direkt neben das LG Logo,  gewandert. Weiterhin befindet sich unterhalb des Displays eine Notification LED die uns über entgangene Anrufe oder eingegangene Nachrichten informiert.

Das Nexus 4 unterstützt GSM, 3G und HSPA+ mit einer theoretischen Geschwindigkeit von bis zu 42Mbit. Der neue Datenturbo LTE fehlt bisweilen noch, da laut Google LTE noch nicht flächendeckend verfügbar ist. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 2100mAh Stunden und kann aufgrund des Unibodys nicht ganz so einfach gewechselt werden. Dafür kann er per Induktionsverfahren geladen werden, was bisher nur wenigen Smartphones vorbehalten ist.

Bildergalerie

Display

Das 4.7 Zoll große True HD IPS Plus-Display löst mit 1280 x 768 Pixel und erreicht damit eine Pixeldichte von 318ppi. Ende 2012 ist das noch ein sehr guter Wert, dürfte jedoch im kommenden Jahr deutlich ins Abseits geraten wenn die ersten Full-HD Panels in Smartphones einziehen. Das Display an sich wird durch Gorilla Glass 2 geschützt. Bei unserem Modell jedoch war schon nach wenigen Tagen Nutzungsdauer ein Kratzer auf dem Displayglas ersichtlich  Die Kanten des Displays sind zum Rand hin abgerundet wodurch das Handling erleichtert wird.

Im Gegensatz zu einem Super AMOLED sind die Farben blasser und auch das Schwarz erreicht nicht die Werte eines solchen Displays. Wie bei jedem LCD versus AMOLED Vergleich stellt sich jedoch die Frage, wer die Farben naturgetreuer darstellt. Hier würde ich ganz klar zu dem LC-Display tendieren, da Farben bei einem AMOLED eher übersättigt wirken.

Die Betrachtungswinkel sind gut, jedoch werden Farben bei größeren Blickwinkeln etwas blasser.  Bei der Helligkeit werden Werte von 320 – 360cd/m² angegeben. Diese Werte liegen im oberen Drittel, so dass man ohne Probleme auch im Sonnenlicht das Display ablesen kann.

 

Kamera

Im Nexus 4 wurde als Primärkamera ein 8 Megapixel Modul mit einer f2.4er Blende verbaut. Videos können mit 1080p, aber auch in niedrigeren Auflösungen wie 720p und 480p aufgenommen werden. Weiterhin ist es möglich Zeitraffer-Videos zu erstellen.. Auch hier hat man die Möglichkeit verschiedene Qualitätsstufen zu benennen. Die Frontkamera löst mit 1.3 Megapixel auf mit der Aufnahmen in 720p möglich sind.

Die Qualität der Fotos liegt auf einem guten Niveau, kann aber nicht ganz mit Konkurrenzprodukten wie iPhone 5 oder Galaxy S3 mithalten. Diese fertigen im Detail etwas bessere Bilder. Eine Testbilderreihe mit dem Nexus 4, dem Lumia 920 und dem PadFone 2 haben wir bereits vor einigen Wochen durchgeführt. Über diesen Link könnt ihr die Galerie aufrufen.

Testbilderreihe: Nokia Lumia 920 vs. Google Nexus 4 vs. ASUS PadFone 2

Die Oberfläche der Kamera-App wurde unter Android 4.2 komplett neu designt. Hier steht das neue Ring-Menü im Fokus der Anwendung. Dieses könnt ihr zum Einen über einen Touch auf das entsprechende Symbol oder aber über einen Touch direkt auf dem Display aufrufen. Generell ist das Ring-Menü gut gelungen, doch wird man in der Praxis feststellen, dass der verwendete Finger immer einen Teil der Einstellungen überlagert. In den Einstellungen könnt ihr unter anderem die Auflösung der Fotos ändern, HDR-Aufnahmen aktivieren oder einfach nur zwischen den Kameras wechseln.

Über den zweiten Button könnt ihr weiterhin auf die Videofunktion wechseln oder euch für die Panoramafunktion entscheiden. Komplett neu ist die Aufnahmeart „Photo Sphere“. Hier kann man 360 Grad Aufnahmen erstellen wie sie von Google Street View bekannt sind. Dabei werden zahlreiche Bilder aneinandergesetzt und nach Abschluss der Aufnahme gerendert. Dies funktioniert in der Praxis nur teilweise gut, da ab und zu immer wieder Ränder und Nähte zwischen den einzelnen Bildern erkennbar sind. Weiterhin sollten gleichmäßige Lichtverhältnisse herrschen.

Screenshot Nexus 4 Kamera-App

Testbilder

Software & Multimedia

Beim Nexus 4 kommt erstmals Android 4.2 zum Einsatz. Bis zum heutigen Zeitpunkt scheiden sich die Geister an der neusten Android-Iteration. Einige Stimmen sagen das Android 4.2 noch nicht ganz ausgereift sind, andere wiederum schwören auf die neu hinzugekommenen Features wie Photo Sphere und die neu überarbeitete Notification Bar.

Wie auch bei allen anderen Nexus-Smartphones läuft hier Android in seiner reinsten Form. Kein Herstelleroberflächen wie Sense oder Touchwiz… einfach nur Android. Mir gefällt diese Oberfläche mit am besten, da dadurch das System nicht nur sehr schnell ist, sondern auch auf überflüssige Elemente verzichtet wird. Eine Neuerung mit Android 4.2 ist die überarbeitete Notification Bar. Zum Einen kann man die Notification Bar – wie bekannt – herunter ziehen und sich die neusten Eingänge anschauen, zum anderen aber auch in die Quicksettings wechseln. Dafür wurde im oberen rechten Bereich ein Button integriert.

Mit einem Finger kann man die Notification Bar öffnen, mit zwei Fingern die Quicksettings. In diesen kann man die Helligkeit regulieren, WLAN aktivieren oder sich den Akkustand anzeigen lassen. Was auf den ersten Blick perfekt aussieht, bringt auf den zweiten jedoch einige Fragen mit sich. Warum kann man über die Quicksettings WLAN oder Bluetooth nicht direkt aktivieren und wird wieder in die Einstellungen geführt? Beim Flugzeugmodus funktioniert es doch auch?

Die zweite Neuerung betrifft den Lockscreen. Auf diesem ist es nun möglich Widgets anzulegen. So stehen euch hier zum Beispiel GMAil, der Kalender oder eine Digitaluhr zur Verfügung. Angelegt werden diese Widgets über einen Touch auf das Plus-Symbol. Die angelegten Widgets können im Anschluss über das „In-das-Display-streichen“ eingesehen werden. Streicht man vom rechten Rand in den Bildschirm herein, wird sofort die Kamera Anwendung aktiviert. Genauso einfach könnt ihr die Widgets aber auch löschen oder neu platzieren.

In der Galerie könnt ihr nun Fotos direkt bearbeiten. Dabei können Filter angewendet, das  jeweilige Bild beschnitten oder Kontrastverhältnisse angepasst werden. Hier stehen aber nur grundsätzliche Funktionen zur Verfügung, auf eine aufwendige Fotobearbeitung wird verzichtet.

In Version 4.2.1 wurde auch die Gmail-Anwendung angepasst. Hier ist es nun möglich per Pinch-to-zoom die Emailinhalte zu vergrößern. Ansonsten ist vieles beim Alten geblieben. Der Appdrawer läuft wie gewohnt flüssig, das Wechseln zwischen den Apps gelingt spielend und auch das Multitasking Menü ist gewohnt einfach zu bedienen.

Performance, Akkuverbrauch & Fazit

Die Performance des Nexus 4 ist mit einem Wort gesagt: Perfekt! Selten habe ich ein Smartphone gesehen, welches so flüssig läuft. Anwendungen werden sofort geladen und Ruckler sind Schnee von vorgestern. Obwohl das Nexus 4 über die gleiche CPU wie das Padfone 2 verfügt, kommt es in den Benchmarks nicht an das ASUS Smartphone heran. Grund dafür könnte die automatische Taktung und Drosselung des Nexus 4 sein, da diese im Bedarfsfall die Leistung des Google Smartphones herunter fährt.

Der Akkuverbrauch des 2100mAh starken Akku hingegen liegt auf einem eher durchschnittlichen Niveau. So war es nur mit Ach und Krach möglich mit einer Akkuladung einen normalen Arbeitstag zu überstehen. Dabei wurden stündlich 3 Emailkonten synchronisiert und gelegentlich im Web gesurft. Weiterhin wurde getweetet und bei Facebook vorbeigeschaut, das was heute zum guten Ton gehört. Komischerweise war die Akkuleistungs des Padfone 2 deutlich höher und auch gleichwertige Akkus wie vom Galaxy S3 halten deutlich länger durch.

Fazit

Google und LG präsentieren uns mit dem Nexus 4 ein Smartphone, das ein sehr gutes Gesamtpaket bietet und das zu einem mehr als fairen Preis. Haptik und Verarbeitung sind hervorragend, das Arbeitstempo überdurchschnittlich gut und auch die Kamera liefert gute Bilder. Als weiteren positiven Punkt muss man ganz klar den Preis nennen. Mit 299€ bzw. 349€ ist das Nexus unschlagbar günstig.

Aber es gibt natürlich auch Negativpunkte an diesem sonst so hervorragenden Smartphone. Zum einen ist die Akkukapazität unter dem Durchschnitt und auch die fehlende Speichererweiterung schlägt negativ zu Buche. Wer bitte kommt heutzutage noch mit 8GB zurecht? 16GB sind bei einem Smartphone schon das Minimum.

Und was bleibt übrig? Ist das Nexus eine Kaufempfehlung? Ich sage ganz klar ja, denn der Preis und auch die Ausstattung sind hervorragend. Im Zuge von zeitnahen Updates durch Google kann es durchaus sein, dass auch die eher schlechte Akkulaufzeit noch gefixt wird. Wer jetzt noch mit dem geringen Speicher zurecht kommt, der sollte sofort zuschlagen.

+ sehr gute Performance
+ sehr gute Verarbeitung
+ günstiger Preis
+ zeitnahe Updates durch Google
- geringer Speicher, keine Erweiterung
- Fotos könnten einen Tick besser sein
- Akkulaufzeit lässt zu wünschen übrig

Testurteil-Nexus-4

Empfohlener Kauflink: Asus Google Nexus 7 16GB Tablet

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Über den Autor

Christian Görge

Gründer des Techblogs MobileRoundup und auf der täglichen Suche nach aktuellen News aus der mobilen Welt. Ach so, und Fan von Eintracht Frankfurt :-)

  • http://twitter.com/clembaer clemens baer

    Moin!
    Danke für den ausführlichen Test
    -habs seit ner Woche(die neuere Version Rev 11 1/13)
     und bin momentan zufrieden-
    Fans von der SGE bekommen zudem immer ein Thumbsup.
    Gruss clem