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Test: Google Nexus 10 – Highend-Tablet zu einem fairen Preis

Testurteil

www.mobileroundup.de 11 / 2012

Google Nexus 10

Hardware & Design

Display

Kamera

Software

Performance

Gesamtwertung
22.5/25

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Einführung

Bereits im ersten Quartal diesen Jahres wurden Gerüchte um eine ganze Nexus-Familie laut. Nun haben sich dieses Gerücht bewahrheitet und Google hat neben einem Nexus Smartphone auch das Nexus 7 und Nexus 10 im Produkt-Portfolio. Mit einem äußerst günstigen Preis und hervorragenden technischen Spezifikationen greift Google direkt nach der Tabletkrone. Doch wird sich das günstige Tablet gegen den Platzhirsch von Apple durchsetzen können? Wir stellen euch in unserem Test das Google Nexus 10 etwas näher vor und gehen neben der Hardware auch auf die Software, Kamera und Performance ein.

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Datenblatt Samsung Ativ Smart PC

  • Hersteller: Samsung in Kooperation mit Google
  • Kategorie: Highend-Tablet
  • Display: 10.055 Zoll “True RGB Real Stripe PLS” Display mit 2560×1600 Pixel
  • Betriebssystem: Android 4.2 Jelly Bean
  • CPU: Samsung Exynos 5250 Dual-Core mit 1.7GHz
  • Arbeitsspeicher: 2GB
  • Speicher: 16/32GB
  • 5 Megapixel Primärkamera
  • 2 Megapixel Sekundärkamera
  • WLAN 802.11 a/b/g/n
  • Bluetooth | NFC
  • microUSB | microHDMI
  • Akkukapazität: 9000mAh
  • Abmessungen: 263.9 x 177.6 x 8.9 Millimeter
  • Gewicht: 603 Gramm
  • Preis: ab 399€

Hardware & Design

Nachdem ich die ersten Bilder des Google Nexus 10 im Netz entdeckt habe, war ich etwas enttäuscht. Doch diese Enttäuschung wandelte sich schlagartig in Freude, als ich das Google Tablet auspackte. Das Nexus 10 besteht größtenteils aus Kunststoff was auf den ersten Blick als “Fail” gilt. Doch aufgrund dessen, dass die Rückseite gummiert ist, fühlt es sich nicht minderwertig an und vermittelt einen äußert robusten Eindruck. Das Tablet liegt mit seinen 603 Gramm und einer Dicke von 8.9mm äußerst gut in der Hand und vermittelt eine gute Haptik.

Von der Verarbeitung liegt es auf hohem Niveau, lediglich die Kunststoffleiste auf der Rückseite ist nicht ganz sauber eingepasst. Diese lässt sich übrigens entfernen, um dort später Schutzhüllen (Smart Cover) anbringen zu können.

Leistung en masse bringt die Pferde auf Trab

Als CPU setzt Samsung hier auf den nagelneuen Exynos 5250 Dual-Core Prozessor, der auf einer ARM-Cortex A15 Architektur basiert und mit maximal 1.7GHz taktet. Unterstützt wird der SoC von einer Mali T604 GPU, die selbst grafisch aufwendige Spiele ruckelfrei auf dem Display widergibt. Wahlweise kann man das Nexus 10 mit 16GB oder 32GB ordern. Für das “kleine” Nexus 10 sind 399€ fällig, für die 32GB Variante muss man 499€ auf den Tisch legen. Als Arbeitsspeicher kommen 2GB zum Einsatz.

Die Lautsprecher sind wie schon beim Samsung Galaxy Note 10.1 auf die rechte und linke Vorderseite gewandert und vermitteln einen guten Sound, der jedoch etwas basslastiger sein dürfte. Ansonsten sind sie ausreichend laut und übersteuern zu keinem Zeitpunkt.

Als Primärkamera verbaute Samsung ein 5 Megapixel Modul auf der Rückseite des Tablets, die durch einen LED-Blitz und ein Mikrofon unterstützt wird. Letzteres soll für bessere Audioqualitäten beim Aufnehmen von Videos dienen. Auf der Vorderseite wurde eine 2 Megapixel integriert.

Neben WLAN 802.11 a/b/g/n sind auch noch Bluetooth und NFC verbaut. Als Anschlüsse sind beim Nexus 10 ein microUSB und microHDMI Port vorhanden. Leider wurde auf eine Speichererweiterung mittels microSD Karte verzichtet.

Das 10.055 Zoll große Display ist sicherlich DAS Highlight des Nexus 10. Es löst mit 2560×1600 Pixel auf und erreicht damit eine Pixeldichte von 299ppi. Das ist nicht nur bei Android-Tablets ein Spitzenwert, sondern überflügelt sogar das iPad 3/4.

Bildergalerie

Display

Konnte man sich vor einigen Wochen im Android-Segment noch mit einem Full-HD Display zufrieden stellen, so wird uns mit dem Nexus 10 erstmals vor Augen geführt was wirklich machbar ist. Die Auslösung von 2560×1600 Pixel ist phänomenal und selbst Buchstaben wirken wie gedruckt. Das Display des Nexus 10 besitzt hohe Blickwinkeleigenschaften, ist gut ausgeleuchtet und Farben werden naturgetreu widergegeben.

Samsung gibt bei diesem PLS-Display eine rund 10% höhere Helligkeit als bei vergleichbaren IPS-Displays an. Da uns kein entsprechendes Vergleichsmodell vorlag, können wir diese Angaben nicht beurteilen. Jedoch stellten wir fest, dass das Display ausreichend hell ist und im Automatikmodus die Helligkeit gut reguliert.

Das Display regiert äußerst direkt was mir so nur vom iPad 3/4 bekannt ist und Gesten wie Pinch-to-Zoom 1:1 umgesetzt werden. Mit Sicherheit ist dies Display eines der Besten, wenn nicht sogar das beste Display im Tablet-Bereich, so dass wir hier ohne Probleme die volle Punktzahl vergeben können.

Makroaufnahme Google Nexus 10

Makroaufnahme Google Nexus 10

Kamera

Bei der Kamera setzen Google und Samsung auf ein 5 Megapixel Modul inkl. LED-Flash. Die Primärkamera fertigt gute Bilder und löst dabei sehr schnell aus. Es ist sowohl einen automatische als auch eine manuelle Fokussierung vorhanden, die ebenfalls sehr schnell arbeitet. Die Kamera-App wurde im Zuge von Android 4.2 aufpoliert, was insbesondere im Einstellungs-Menü zum Tragen kommt.

So kann man jetzt über ein Ring-Menü seine Einstellung vornehmen. Dabei ist das Menü sehr übersichtlich gestaltet und die Auswahl der einzelnen Einstellungen gelingt spielend einfach. Alternativ kann man auch anstatt des herkömmlichen Weges das Einstellungs-Menü per Touch auf dem Display aktivieren. Auch dies funktioniert ohne Probleme, gestaltet sich aber manchmal etwas schwieriger, da der Finger einen Teil der Einstellungen überlagert.

Neben der Möglichkeit Fotos zu schießen, kann man auch Panorama-Bilder fertigen und Videos in 1080p aufnehmen. Ganz neu ist die Funktion Photo-Sphere, die es dem Nutzer erlaubt 360Grad Bilder zu fertigen. Diese Art von Bildern kennt man bereits von Google Street View. Im Web, und insbesondere auf dem Google Plus Profil von Hugo Barra, existieren einige Photo-Sphere Bilder, die wir in der Art und Weise nicht fertigen konnten, da es immer wieder zu Verschiebungen gekommen ist.  Jedenfalls sollte man sich genügend Zeit nehmen um ein solches Bild fertigen zu wollen.

Ring-Menü Google Nexus 10

Testbilder

Software & Multimedia

Beim Nexus 10 kommt erstmals von Haus aus Android 4.2 zum Einsatz. Auch diese Android-Iteration trägt die Bezeichnung Jelly Bean und man sieht schon zu Beginn, dass einige Feinheiten Einzug gehalten haben. Angefangen beim Lockscreen ist nun erstmals möglich Widgets auf diesem zu positionieren. Diese lassen sich frei in der Reihenfolge platzieren wobei momentan nur drei zur Verfügung stehen. Dabei kann man direkt vom Lockscreen in die Applikation wechseln. Weiterhin wurde im unteren Bereich des Display ein Button für Google Now integriert womit auch hier der direkte Wechsel vom Lockscreen in die App möglich ist.

Die Oberfläche des Nexus 10 besteht aus 5 Homescreens die seitlich nach rechts und links begrenzt sind. Ein endloses Scrollen, wie man es z.B. vom Galaxy Note 10.1 kennt, ist hier nicht möglich. Auch ist es nicht möglich die Oberfläche mittels Pinch-to-Zoom zu verkleinern. Neu hingegen ist die sogenannte Quicksettings-Bar, die im oberen rechten Bereich verankert wurde. Darüber lassen sich einige Schnelleinstellungen vornehmen, so z. B. die Helligkeitsregulierung oder den Check des Akkuverbrauchs. Die bis dato bekannte Notification-Bar rutscht in die obere linke Ecke und zeigt nach wie vor Benachrichtigungen von Emails oder sonstigen Anwendungen an.

Über die Galerie ist es nun möglich Fotos zu bearbeiten und mit Effekten und Filtern zu versehen. Vom Prinzip erinnert die Anwendung an iPhoto und Instagram, auch wenn deren Funktionen etwas umfassender sind. Als Musikplayer kommt Google Play Music zum Einsatz und über das Video Studio hat man die Möglichkeit Filme in beschränktem Umfang zu editieren. Ansonsten ist die Ausstattung Google-typisch recht spärlich, schmerzlich vermisst habe ich jedoch nichts.

Nexus-10-Foto-Editor

Neben den oben aufgeführten Neuerungen wurde zudem die Tastatur überarbeitet. So unterstützt diese nun die Möglichkeit Texte per Swype einzugeben. Dabei ist die Tastatur selbstlernend und nimmt Begriffe aus den Kontaktdaten auf. So können z.B. weniger bekannte Vornamen ohne Probleme in Texte integriert werden.

Eines der wichtigsten Features ist aber sicherlich die Multiuser-Unterstützung. Damit ist es möglich gleich mehrere Konten auf dem Nexus 10 anzulegen, ohne dass der jeweils andere Nutzer in persönliche Daten Einsicht halten kann. Jeder Account kann mittels PIN, Passwort oder Muster verschlüsselt werden. Der Wechsel zwischen den verschiedenen Nutzer wird über den Lockscreen vollzogen und gestaltet sich sehr einfach und intuitiv.

Nexus-10-Multiuser

Wo viel Licht ist, wird natürlich auch Schatten geworfen und so ist auch beim Nexus 10 nicht alles perfekt. So besitzt Android 4.2 noch kleine Bugs die gefixt werden müssen. So ist erst in den letzten Tagen ein Fehler in der People-App bekannt geworden, der schlicht und einfach das Fehlen des Monats Dezember zur Folge hat. Ferner gibt es bisher sehr wenig Apps, die speziell auf Tablets ausgerichtet sind. Dies sollte jedoch nicht als Fehler beim Nexus 10 gewertet werden, da dies ein allgemeines Android-Problem ist.

Performance & Akkuverbrauch

Das was uns Google hier präsentiert ist – jedenfalls im Performance-Bereich –  allererste Sahne. Wie sagt man so schön:  Das Nexus 10 “läuft auf Teufel komm raus”! Hier ist wirklich alles von Beginn an flüssig. Der Wechsel zwischen Appdrawer und Homescreens, das Switchen im Multitasking-Menü und das Aufrufen von Apps wird mit einer derart hohen Geschwindigkeit ausgeführt wie man sie von keinem anderen Android Tablet kennt.

Wer jedoch auf nackte Zahlen steht, wird feststellen, dass das Nexus 10 in diversen Benchmarks sich nicht im Spitzenbereich positionieren kann. Anbei findet ihr noch einen Videovergleich mit dem Samsung Galaxy S3 und Nexus 7.

  • Quadrant: 4564 Punkte
  • Antutu: 9105 Punkte
  • Sunspider: 1297ms

 

Im Bereich des Akkuverbrauchs konnte wir mit durchschnittlicher Nutzung einen Wert von 2.5 – 3 Tagen erreichen. Dabei haben wir jeden Tag gesurft, Apps installiert und Games gezockt. Weiterhin war in diesem Zeitraum das Display auf mittlere Helligkeit gestellt und 3 Emailkonten wurden jede Stunde synchronisiert. Wenn man das Tablet jedoch mit einem Full-HD Movie bestückt, diesen in einer Dauerschleife und mit maximaler Helligkeit abspielt, konnten wir eine Akkulaufzeit von 7,5 Stunden ermitteln.
Damit liegt die Laufzeit des 9000mAh starken Akku hinter der Konkurrenz und ist  somit noch ausbaufähig.

Fazit

+ Phänomenales, kontrastreiches Display
+ Hervoragende Performance
+ gutes Handling, super Grip
+ Stereolautsprecher mit gutem Sound
+ günstiger Einstiegspreis
+ direkte Updates von Google
- wenig angepasste Tablet Anwendungen
- Speicher nicht erweiterbar
- Gehäuse lediglich aus Kunststoff

Testurteil-Google-Nexus-10

 

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Über den Autor

Christian Görge

Gründer des Techblogs MobileRoundup und auf der täglichen Suche nach aktuellen News aus der mobilen Welt. Ach so, und Fan von Eintracht Frankfurt :-)